Neues von der Zeiteninsel

Seit ein paar Monaten arbeitet Arc-Tech zusammen mit dem Architekturbüro Ruhl/Geißler aus Alsfeld an der Planung für das erste Haus, das auf der Argensteiner Zeiteninsel errichtet werden soll. Am vergangenen Dienstag fand dazu im Rathaus in Weimar/Lahn ein öffentliches Kolloquium statt, auf dem wir unsere Pläne dem wissenschaftlichen Beirat und interessierten Besuchern vorstellten, hier der Artikel aus der Oberhessischen Presse auf dem blog der Zeiteninsel.

 

 

 

 

Auf Biegen und Brechen

Im Sommer war Wulf wie schon so oft in den letzten Jahren auf dem Steinzeitfest in Kleinheppach östlich von Stuttgart zu Gast, und während seiner Speerschleudervorführung hat Axelle Morfis vom Museumsverein diese drei beeindruckenden Fotos geschossen. Man sieht, dass ein Schleuderspeer in der Abwurfphase kurz vor dem Zerbrechen ist:

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(Fotos: Axelle Morfis)

 

Rekos für Lascaux IV

Die berühmte Bilderhöhle in Frankreich wird zum vierten Mal repliziert, und Wulf durfte für die Einrichtung der Kopie einige der Funde aus Originalmaterial nachbauen, u.a. die bekannte Lampe aus rotem Sandstein, Stichel aus Montignac-Silex und Pinsel aus Holz/Federkielen, Sehne und Pferdehaar, wie sie vermutlich damals verwendet worden sind.

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Das Hallstatt-Seil im Archäologieblog

Über unsere Rekonstruktion des bronzezeitlichen Lindenbastseils aus dem Hallstätter Salzbergwerk hat jetzt Fiona Poppenwimmer in ihrem blog auf Standard.at einen Beitrag geschrieben.

 

Schätze der Archäologie Vietnams

Für die aktuelle Ausstellung im LWL Museum für Archäologie in Herne hat Arc-Tech mehrere Exponate angefertigt, darunter Nachbildungen von Bhudda-Statuen und Funden aus den zahlreichen Ausgrabungen in dem südostasiatischen Land.

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Die Replikationen wurden nach den Daten der Originale als 3D-Drucke hergestellt, sorgfältig überarbeitet und von Hand koloriert. Links ein Original, in der Mitte der 3D-Rohdruck und rechts die überarbeitete Kopie.

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(Fotos: LWL Museum für Archäologie Herne/Stefan Leenen)

 

Modelle für Mettmann

In den letzten Monaten konnten wir wieder einmal ein archäologisches Großmodell in unserer Werkstatt realisieren. Für das Neanderthal Museum in Mettmann erstellten Rolf und Thomas ein Didaktik-Modell, das den Besuchern die Arbeit der heutigen Archäologie veranschaulicht. Im Maßstab 1:25 entstand ein Grabungsgelände im Freien (Bild 1-3), eine Höhlengrabung im Inneren eines Felsens (Bild 4) und ingesamt fünf Labore zu den Themen 3D-Funddokumentation (Bild 5), Anthropologie (Bild 6), 14C -Datierung (Bild 7), Isotopen-Analyse (Bild 8) und Paläogenetik (Bild 9). Und wieder einmal war es sehr spannend, all diese Tätigkeiten in Miniaturen (Bild 10-13) umzusetzen - eine knifflige Aufgabe, die aber jedesmal Spaß macht und unser ganzes Können fordert.

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Auch der im Jahre 2013 in Südafrika gefundene Frühmensch homo naledi ist jetzt im Neanderthal Museum durch einen Schädelabguss repräsentiert, ein 3D-Druck, den Rolf überarbeitet und koloriert hat:

 

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Knochenjob auf der Zeiteninsel

Ende September hat Wulf auf Einladung der Zeiteninsel - ein neues archäologisches Freilichtgelände, das in der Nähe von Marburg entstehen wird - einen Workshop abgehalten, Thema Knochen- und Mammutstoßzahn-Bearbeitung. Das war ein ausgesprochen nettes Wochenende, und hier geht es zum dazugehörigen Blog.

 

Einbaum No. 7 und das Grab des Gletschermannes

Wulfs siebter Einbaum, zur Abwechslung mal aus einer Weißtanne, entstand Ende August im ArcheoParc Schnalstal. Mit tatkräftiger Unterstützung - Sohn, Freund, Nachbar - gelang es, in 6 Tagen ein 6,20 m langes Wasserfahrzeug fertigzustellen, das dann im nächsten Jahr auf dem neu gestalteten Gelände von Besuchern rund um eine Insel gepaddelt werden kann. Das Wetter war uns hold, es hat nicht einmal geregnet, und alle Finger und Beine sind noch dran - das ist das Wichtigste. Ich freue mich jetzt schon auf die Jungfernfahrt!

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Zur Belohnung haben wir am Dienstag 30.08. an der "Ötzi Glacier Tour" teilgenommen. Die anspruchsvolle Hochgebirgs-Wanderung geht in über 3000 m Höhe 9 Stunden über 15 km und führt zur Fundstelle des "Ötzi", dessen Auffindung sich 2016 zum 25 Mal jährt.

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An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an den Museumsverein für die freundliche Einladung! Es war wirklich ein unvergessliches Erlebnis, wenn ich auch mitunter ganz schön schnaufen musste in der Höhenluft und hinterher drei Tage kaum laufen konnte: 1.600 m bergab sind für einen Flachlandtiroler doch eine echte Herausforderung.

Hier geht es zum Blog des ArcheoParcs mit noch mehr Bildern von der Tour.

 

 

Steinspitzen 2017

 

Seit 10 Jahren treffen sich Europäische Feuersteinexperten zum Flintsymposium. In Zusammenarbeit mit dem Verlag Angelika Hörnig in Ludwigshafen hat Wulf deren beste/erste/liebste Erzeugnisse aus Feuerstein mit viel Aufwand und Liebe zum Detail fotografiert und daraus einen Kalender für das nächste Jahr zusammengestellt:

Kalender anschauen

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ArcheoParc Schnals (Italien)

Zur Zeit bin ich (Wulf Hein) mal wieder an einem der schönsten Arbeitsplätze, an denen ich je gearbeitet habe: im Schnalstal in Südtirol. Seit Juni 2016 wird der ArcheoParc - ich war schon 2001 für die Planung und Errichtung engagiert - um sechs Häuser erweitert, deren Grundrisse alle aus der Kupferzeit Italiens stammen, hauptsächlich aus dem (circum)alpinen Raum.

Wie schon damals sind auch diesmal örtliche Forstarbeiter für die Bauarbeiten zuständig, zudem wurden wir im Juli von freiwilligen Helfern aus Deutschland und der Schweiz unterstützt. Nun ist das erste Gebäude fertig, es ist nach dem Grabungsbefund von Brescia S. Polo geplant und trägt ein Dach aus Schilf (Reet). Hier haben Dachdeckermeister Wolfgang Thiel und seine Truppe wie immer saubere Arbeit geleistet. Das Häuschen mit ovalem Grundriss steht auf einer "Insel", die später mal von einem Kanal umflossen wird, Einbaumfahren inclusive.

Die Tür ist nach dem Befund von Zürich Opera gebaut (Dank an den Grabungsleiter Niels Bleicher für seine Unterstützung), sie besteht aus zehn aufrechten Rundhölzern, die durch jeweils drei quer eingeschlagene Haselstangen zusammengehalten werden. Die Tür dreht sich auf einem Schlupfzapfen.

Publiziert ist der Fund hier: Bleicher, N. & Ruckstuhl, B. 2015: Die archäologischen Befunde. In: N. Bleicher, Ch. Harb (Hrsg.), Zürich-Parkhaus Opéra. Eine neolithische Feuchtbodensiedlung. Band 1. Befunde, Schichten und Dendroarchäologie. Monogr. KA Zürich 48 (Zürich/Egg 2015) 50–99.

Wir haben, analog zum archäologischen Befund, zwei Fensteröffnungen in die Wand der Hütte integriert.

Das zweite Haus folgt dem Befund von Plunacker in Tirol, der Rohbau steht bereits, es misst 8 x 4 m und erhält ein Dach aus Lärchenschindeln. Die Wände müssen noch mit Lehm verstrichen werden, innen wird ein Stampflehmboden eingebracht.

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Kultwand Bodman-Ludwigshafen

Seit 1990 wurde am Bodensee eine bemalte Wand aus der Jungsteinzeit ausgegraben. Sie zeigt auf einer Länge von 7 m mindestens sieben unterschiedliche, stilisierte weibliche Figuren. Passend zur Archäologischen Landesausstellung Baden-Württemberg 2016, Thema Pfahlbauten,  konnte dieser einzigartige Fund nun rekonstruiert werden. Die Replikation der Wand für eine animierte Präsentation der Malereien im Klostermuseum Bad Schussenried wurde uns übertragen, Konzept und Idee stammen vom Gestaltungsbüro zwo-elf aus Karlsruhe, die Animation erstellte finally aus Mainz.

World Palaeolithic Festival Seokjangni (Korea) 2016

Vom 05.-08.05. 2016 fand in Seokjangni in der Mitte Südkoreas das zweite World Palaeolithic Festival statt, und wie schon 2014 war auch diesmal Arc-Tech wieder vertreten. Doch zunächst demonstrierte ich (Wulf Hein) koreanischen Studierenden im Museum Jeongok-ni die Flintbearbeitung. Es folgten Besuche zahlreicher Museen und Freilichtanlagen zu den Themen Bogenschießen, Landleben und koreanischem Holzbau in alten Zeiten sowie des Koreanischen Nationalmuseums in Seoul. Für das Festival in Seokjangni hatte ich einen Abendvortrag über Experimentelle Archäologie vorbereitet, am Samstag wurde ich vom Koreanischen Fernsehen KBS interviewt. An den vier Festivaltagen unterhielt ich zusammen mit zahlreichen Kollegen aus aller Welt ca. 150.000 Besucher. Mein Spezialgebiet waren wie immer steinzeitliche Technik und Jagdgeräte wie Pfeilbogen und Speerschleuder. Wieder einmal eine spannende Reise an das andere Ende der Welt:

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(Bild 1+2: © Ji Hye Hong)

Workshop in Tartu/Estland

Im April 2016 durfte ich (Wulf) wieder einen workshop zum Thema "Steinzeittechnik" an der Universität Tartu in Estland durchführen. Nachdem wir in 2014 eine Felsgesteinbeil durchbohrt und die Grundlagen der Flintbearbeitung durchgenommen hatten, ging es diesmal um die Bearbeitung von Knochen und Mammut"elfenbein". Zwei Tage lang zeigten 15 Studenten der Archäologie große Ausdauer bei der Herstellung einer eiszeitlichen Knochenflöte nach dem Vorbild von Grubgraben (A) und/oder einer Knochennadel, am Samstag war der workshop öffentlich zugänglich. Eine Teilnehmerin nutzte die Gelegenheit, sich ein Arbeitsgerät für das "nålbinding", eine frühe Vorläuferin des Häkelns oder Strickens, anzufertigen, eine andere schnitzte sich einen volkskundlich belegten Abwehrzauber-Anhänger aus Mammutstoßzahn. Auch meine kleinen Gäste kamen voll auf ihre Kosten, waren mit großem Eifer bei der Sache und machten sich Schmuck aus verschiedenen Materialien. Danke an Kristiina Johanson vom Archäologischen Institut und an das Estländische Nationalmuseum, das im September eröffnet wird, für die Einladung!

 

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Eiszeitkunst

Im Laufe der vergangenen Jahre hat Wulf viele Kunstwerke aus dem Aurignacien der Schwäbischen Alb in Elfenbein nachgebildet, teils als Experiment mit authentischen Werkzeugen, teils für Ausstellungen mit modernen Techniken. Diese Reihe ist jetzt fast komplett, in den letzten Wochen kamen das Vogelherd-Mammut aus den 1930er Jahren und der Wasservogel vom Hohle Fels sowie der "Adorant" aus der Geißenklösterle-Höhle dazu.

Die gesamte Kollektion kann für Ausstellungen o.ä. ausgeliehen werden.

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Burg Boppard

Neu eröffnet: Das Museum in Boppard.
Unser Beitrag: Ein Modell der Burg am Rhein im Maßstab 1:100

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Wildnisschule

Im Oktober fand in der Scheune Neuhaus bei Saarbrücken ein Workshop statt, der uns viel Spaß gemacht hat: Zusammen mit meiner Kollegin, der Archäologin Conny Lauxmann habe ich (Wulf) in Zusammenarbeit mit der Wildnisschule Saar/Hunsrück, dem NABU Saarland und dem Saarforst eine Gruppe von Wildnispädagogen weitergebildet. Drei Tage lang stellten wir verschiedene Techniken aus der Steinzeit vor, die in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden können: Herstellung von Schmuck und Musikinstrumenten aus Naturmaterialien, Feuermachen, Grundlagen der Flintbearbeitung, Speerschleudern, Baumfällen mit Steinzeitgerät uvm. Ein Reh wurde mit Steinklingen zerlegt, die Weiterverwertung der einzelnen Teile der Jagdbeute demonstriert (z.B. Herstellung einer Knochennadel, Kochen im Felltopf wie in der Eiszeit), und das Fleisch haben wir abends über dem Lagerfeuer gegrillt.

Vielen Dank an das ganze Team, vor allem an Günther v. Bühnau (NABU) und Wolfgang Schwingel (Wildnisschule Saar/Hunsrück) für die Organisation, und Förster Martin Müller dafür, dass wir uns in seinem Urwald treffen durften!

© Bild 1-4: Martin Müller/Saarforst

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"Einer von uns"

Fernsehtipp: Samstag, 17.10. 2015, 20:15 Uhr auf ARTE: Dokumentation "Einer von uns", Folge "Europa". Für die Sendereihe der britischen Produktionsfirma "wall to wall" bericht Wulf aus der Hohle Fels Höhle bei Blaubeuren über Herstellung und Spielweise paläolithischer Knochenflöten.

 

Löwenmensch

Am 13. September 2015 war anlässlich des internationalen Museumstages die Hohlestein-Stadel-Höhle im Lonetal geöffnet. Joachim Kind und Thomas Beutelspacher vom Landesdenkmalamt und Kurt Wehrberger vom Ulmer Museum führten Besucher durch die Höhle, und ich (Wulf) erzählte von meinem Experiment aus dem Jahr 2009, als ich die berühmte Löwenmensch-Plastik, die hier gefunden wurde, aus Elfenbein mit authentischem Werkzeug nachgeschnitzt hatte. Es war schön, die Figur nach langer Zeit mal wieder in der Hand halten zu dürfen - wenn man über 360 Arbeitsstunden in eine Nachbildung investiert hat, die vor mehr als 35.000 Jahren ein "Kollege" oder eine "Kollegin" schon mal erschuf, dann entwickelt man doch eine besondere Beziehung zu diesem Objekt.

Die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" auf der Schwäbischen Alb sollen übrigens, wenn alles gut geht, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes werden, der Antrag ist in Vorbereitung, und vielleicht werden dann fürderhin das Geißenklösterle und der Vogelherd, der Hohle Fels und das Lonetal in einem Atemzug mit den Pyramiden von Gizeh und dem Taj Mahal genannt werden ...

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Römermuseum Augusta Raurica (Schweiz)

Für die Vermittlungsarbeit im Museum haben wir in den letzten Monaten ein archäologisches Lehrmodell im Maßstab 1:5 angefertigt. Es zeigt auf 2 m2 die Ausgrabung eines römischen Hauses. In das Modell integriert sind Nachbildungen von Originalfunden aus Augst, anhand derer eine Rätselgeschichte erzählt wird, welche die Besucher und Schüler im Rahmen eines Workshops auflösen sollen.
Im Modell dargestellt sind die archäologischen Überreste einer Fußboden- und Wandheizung (Hypokaustum), eines Mosaiks, einer Küche mit Herdstelle, einer Bronzegußwerkstatt und vieles mehr. Das Modell ist auf Rollen bewegbar.

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Archäologische Landesausstellung 2015 NRW im LVR Bonn

Bei der Präsentation ist Arc-Tech mit einem Fünf-Phasen-Modell der Landschaftserschließung im Frühneolithikum vertreten. Der Einbaum, den wir vor ein paar Jahren für eine Freundin gebaut haben, wurde als Leihgabe in die Ausstellung integriert. Die Nachbildungen von frühneolithischen Dechseln dienen zu Illustration der damaligen Holztechnologie:

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Gläserner Neandertaler

Mittlerweile schon ein ganzes Jahr alt, aber immer noch eine Weltneuheit - der gläserne Neandertaler im Landesmuseum Chemnitz:

 

Bastseil von Hallstatt

Im Frühsommer 2015 haben wir für das "Holz für Salz"-Projekt des Naturhistorischen Museums in Wien eine Rekonstruktion des Bastseils aus dem bronzezeitlichen Bergwerk in Hallstatt (Österreich) angefertigt. Das Video zeigt die Herstellung des 8 m langen und 4 cm dicken Seils und die an der Technischen Universität Chemnitz durchgeführten Belastungstests: